Interdisziplinäres Lehrmodul

Theorie und Praxis der Online-Partizipation: Potentiale und Probleme internetvermittelter Beteiligung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Inhalte:

Die massive Verbreitung des Internets führt zu grundlegenden Veränderungen von gesellschaftlichen Kommunikationsprozessen. So ist es nunmehr möglich, große Gruppen von Individuen direkt an Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen zu beteiligen, das heißt, sie können online partizipieren. In der Praxis werden verschiedene Formen der Online-Partizipation bereits eingesetzt. Zum Beispiel können die Bürger online an Bürgerhaushalten teilnehmen, über das Internet beteiligen Unternehmen (potentielle) Kunden am Produktdesign und mit Hilfe von sozialer Software organisieren sich Bewegungen im Netz, die offline Proteste durchführen (Beispiel arabischer Frühling) oder öffentliche Güter schaffen (Beispiel Wikipedia). Wichtige Potentiale von Online-Partizipation liegen in der möglichen Verbesserung der Akzeptanz und Qualität von Entscheidungen. Dem stehen aber auch Herausforderungen gegenüber, z.B. eine aktive Beteiligung sicherzustellen, Manipulationen zu verhindern oder diese Prozesse in bestehende (rechtliche) Rahmenbedingungen zu integrieren.

Das interdisziplinäre Lehrmodul „Theorie und Praxis der Online-Partizipation“ vermittelt ein umfassendes Wissen zu den Anwendungsfeldern, Voraussetzungen und Problemen von Online-Partizipation in den gesellschaftlichen Bereichen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Online-Partizipation umfasst dabei alle Aktivitäten unter Einbeziehung des Internets, die freiwillig unternommen werden und die auf gemeinschaftliche Güter zielen. Diese Ziele können dabei politischer (z.B. politische Mitbestimmung), wirtschaftlicher (z.B. Wissensmanagement in Unternehmen) oder gesellschaftlicher Natur (z.B. Unterstützung in Patientencommunities) sein.

Lernziele:

Die Teilnahme am Lehrmodul vermittelt Kenntnisse und Kompetenzen, um Online-Partizipationsprozesse in der Praxis theoretisch fundiert umzusetzen und ihren Erfolg zu bewerten, indem die Studierenden (1) grundlegende Theorien der Online-Partizipation kennenlernen, (2) die Fähigkeit entwickeln, das Potential und die Herausforderungen onlinegestützter Partizipation für ihr Berufs- und Arbeitsfeld einzuschätzen und (3) die Kompetenz erwerben, onlinegestützte Partizipationsprozess praktisch durchzuführen.

Aufbau des Moduls:

Das Modul läuft über zwei Semester und umfasst folgende Komponenten:

Wintersemester Vorlesung Grundlagen der Online-Partizipation (2 SWS)

(Dozierende: Tobias Escher sowie ausgewählte Experten)

Termin: Mittwochs 16:30-18:00 Uhr, Hörsaal 25.22.HS 5H

Beteiligungsnachweis: unbenoteter Test

Vertiefungsseminar Online-Partizipation: Empirische Fallstudien (2 SWS)

(Dozent: Tobias Escher)

Termin: Freitags 10:30-12:00 Uhr, Hörsaal 25.22.HS 5H

Beteiligungsnachweis: Referat/äquivalent

Sommersemester Projektkurs Online-Partizipation praktisch angewandt (2 SWS)

(Dozent: Tobias Escher)

Beteiligungsnachweis: Gruppenprojektarbeit

Kolloquium mit Vorträgen eingeladener ExpertInnen

Für den Erwerb des Zertifikats ist die Ablegung einer Leistungsprüfung am Ende des Sommersemesters erforderlich. Die Leistungsprüfung besteht aus 30-minütigen mündlichen Prüfung über die Inhalte aller Veranstaltungen.

Formalia:

Die Anmeldung für die Veranstaltungen des Modul im Wintersemester 2013/14 erfolgt über HIS-LSF.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Studierende der Sozialwissenschaften sowie der Informatik. Diese Studierenden haben in besonderem Maße die Möglichkeit, sich die Veranstaltungen des Moduls für ihr Studium anrechnen zu lassen (detaillierte Informationen zur Anrechnung bei Sozialwissenschaftlern finden Sie hier, für Studierende der Informatik hier). Genauso willkommen sind jedoch Studierende anderer Disziplinen, z.B. im Rahmen des Studium Universale. Für alle Fragen können Sie sich gern an Tobias Escher (siehe unten) wenden.


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